Oberstufenschulgemeinde Oberbüren - Niederwil - Niederbüren

Schüler und Lehrer lernen ihr Schulhaus kennen
 

 

 

vom 13. August 2002

Oberbüren. «Oh Shit, jetzt han ich d Finke vergesse», grinst ein Schüler seine Kameraden an, die mit ihm zusammen zum neuen Oberstufenschulhaus Thurzelg schlendern. «Finke? Nöd würklech!», zeigt sich ein anderer nicht eben erbaut von der Tatsache, durch das neue Gebäude mit Hausschuhen schlurfen zu müssen. Sein Entsetzen war unnötig. Hausschuhe sind im OZ Thurzelg nicht wirklich nötig, hingegen Regeln für alle, wie dem neuen Schulhaus am besten Sorge getragen werden kann.

Einmaliger Schulanfang

Das Kennenlernen der Regeln, das Kennenlernen des neuen Schulhauses, das Kennenlernen neuer Schulkollegen und neuer Lehrer war Schwerpunkt an diesem Montagmorgen, an dem überall in der Region Schüler und Lehrer ein neues Schuljahr in Angriff nahmen. Aber nirgends war es so wie im OZ Thurzelg, wo 250 Jugendliche samt Leh- rerschaft ein funkelnagelneues Schulhaus in Beschlag nehmen konnten. Das war einmalig.

Drei «L» als Motto

Als schönstes Schulhaus weit und breit bezeichnete Schulleiter Fredi Bühler bei der offiziellen Begrüssung im Lichthof das OZ Thurzelg. Ziel aller solle sein, eine Schule zu schaffen, wo es allen wohl sei. Er schlug der versammelten Schülerschaft vor, sich an das Motto «Lerne-Leischte-Lässig ha» zu halten. «Wenn ihr mitmacht, wenn ihr euren Auftrag, zu lernen und zu leisten, ernst nehmt, dann haben wir es sehr oft lässig in unserer Schule.»

Respekt und Anstand

Damit dies funktioniert, habe das Schulhausteam eine Wegleitung mit Schulregeln erarbeitet, sagte Berni Hartmann, ebenfalls Schulleiter, und stellte drei Leitgedanken vor, die den Schul- alltag im OZ Thurzelg prägen sollen: Alle an der Schule Beteiligten begegnen sich mit Anstand und Respekt, die Schule soll gewaltfreier Raum sein und es soll eine gesunde Lebensführung gefördert werden. Die Leuchtziffern der SchulHausuhr zeigen «date» und «yy 02». Auch der Unterricht läuft noch nicht planmässig. Besichtigungstour ist angesagt und so laufen Schülerscharen hinter ihren Lehrkräften her und lernen das Schulhaus kennen, in dem sie die kommenden Monate und Jahre ein- und ausgehen werden.

Alles noch ganz neu

Das Schulhaus ist hell, freundlich trotz vielem Beton, Holz schafft eine warme Atmosphäre. Und es hat Platz. Es riecht alles nach neu, nach unverbraucht, nicht nach Schule. Die Klasssenzimmer und sogar die (in andern Schulhäusern in den Keller verbannte) Schulküche liegen nahezu im Grünen, die grossen Fensterfronten lassen den Blick in die ländliche Gegend zu. «Herzlich willkommen» steht auf der noch nie vorher benutzten Wandtafel in einem Raum, im Schulzimmer Naturwissenschaften warten wassertropfenlose Reagenzgläser, Glaskaraffen und ungebrauchte Plastikphiolen auf ihren Einsatz wie das fabrikneue Labor nebenan und die fein säuberlich nach Farben und Länge aufgehängten Kabel. Die Schüler geniessen sichtlich den Anblick von so viel ungebrauchtem Material, freuen sich über die neuen Pulte und Stühle in den Klassenzimmern. Ihre Lehrer bezeichnen die ungewohnte Situation als spannend, schön, die Infrastruktur sei optimal. Und sie wissen: Heute ist im OZ Thurzelg noch alles neu, nächste Woche aber ist es schon wieder Alltag.  Petra Künzle