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CHRISTINE GREGORIN
OBERBÜREN / Wiler Zeitung
«Wo
ein Wille ist, da ist auch ein Weg», konstatierte Linda Fäh anlässlich
eines Interviews mit Martin Frischknecht, Vorstandsmitglied des Kodex-
Vereins Oberbüren. Er hatte sie auf ihre Einstellung bezüglich
Suchtmittelkonsum während der Jugendzeit angesprochen. Sie habe dem
omnipräsenten Gruppendruck stets standhalten können. Damals habe sie für
sich entschieden, dass es viel cooler sei, anders zu sein als die
anderen. Damit habe sie gemeinsam mit ihrem Freundeskreis eine veritable
Gegenbewegung ausgelöst, erinnerte sich die Miss Schweiz des Jahres
2009. Der FC-St.Gallen-Mittelfeldspieler Philipp Muntwiler seinerseits
betonte, dass für Spitzensportler Suchtmittel jeglicher Art tabu sein
sollten. Die prominenten Gäste präsentierten sich im Verlauf des
Gesprächs auf natürliche Art. Dies wurde noch durch die Tatsache
verstärkt, dass sich beide unentgeltlich für die Auszeichnungsübergabe
der Kodex- Stiftung im Lichthof des Oberstufenzentrums Thurzelg zur
Verfügung gestellt hatten.
Wie
alles begann
«1981 bis 1986 unterrichtete ich als Sprachlehrer an der
Schweizerschule in Peru. Dabei habe ich unsere Fussballmannschaft
betreut und bekam eins zu eins mit, wie einer meiner Spieler in die
Drogenszene abgedriftet ist», erklärte Kodex-Gründer Hubert Ruf aus
Frauenfeld, wie einst alles begann. Im Jahr 1988 wurde die
Kodex-Stiftung offiziell ins Lebengerufen. Sie zählt heute 21
angegliederte Vereine in den Kantonen Thurgau, St.Gallen, Schaffhausen,
Zürich sowie den beiden Appenzell (je 1). Im März dieses Jahres wurde im
thurgauischen Busswil die 20000. Medaille überreicht.
Was
bedeutet Kodex?
Bei Kodex handelt es sich um ein dreistufiges Programm
zur Suchtmittelprävention. Es belohnt den freiwilligen Verzicht auf
Alkohol, Tabak, illegale Drogen wie auch auf den Missbrauch von
Medikamenten mit attraktiven Auszeichnungen. Nach einem Jahr gibt es
eine bronzene, nach zwei Jahren eine silberne und nach drei Jahren eine
goldene Medaille und/oder je eine Urkunde, die zum Beispiel dem
Bewerbungsdossier beigelegt werden kann. Wer das ganze
Dreijahresprogramm durchläuft, darf anschliessend seinen eigenen
Lebensbaum pflanzen.
Fünfzig
Prozent dabei
Im März des vergangenen Jahres hatten sich am OZ Thurzelg
45 Schülerinnen und Schüler der ersten Oberstufenklassen für das
Kodex-Programm eingeschrieben. Bei insgesamt rund neunzig Jugendlichen
auf dieser Stufe entspricht dies erfreulichen fünfzig Prozent. Ende Jahr
wurde dann der Kodex-Verein Oberbüren mit Präsidentin Elli Broxham,
Daniel Keller (Finanzen), Yvonne Keller (Aktuarin), Martin Frischknecht,
Esther di Bella und Erika Brüniger als weiteren Vorstandsmitgliedern
gegründet. Am Dienstagabend wurden 38 Jugendliche – davon elf Mädchen –
aus Niederbüren, Niederwil, Sonnental und Oberbüren nach ihrem
einjährigen Verzicht auf Suchtmittel mit der Bronzemedaille belohnt. Der
Anlass wurde vom Schülerchor unter der Leitung von Rolf Luder und der
OZ-Band mit Mäx Egelhofer musikalisch umrahmt. Vor einem Monat haben
sich zudem 54 Kodex-Neueinsteiger der aktuellen Erstklässler
eingeschrieben. Diese hoffen, im nächsten Jahr um diese Zeit ebenfalls
die bronzene Auszeichnung entgegennehmen zu können.
Quelle:
www.wilerzeitung.ch
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