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Als wir am Dienstagmorgen in der Schule ankamen, stand der Car schon auf
dem Parkplatz. Es regnete in Strömen und wir hofften in Vindonissa auf
besseres Wetter nach dem Motto „Fortes fortuna adiuvat“.
Vindonissa - ein 1997 Jahre altes Legionslager, das einzige römische
Legionslager in der Schweiz. Wo sich heute die Anlage einer Klinik, der
Park und unter anderem die Klosterkirche befinden, lebten damals rund
6‘000 Legionäre. Sie mussten die Grenze bewachen, Strassen- und
Brückenposten besetzen und das Lager unterhalten.
Die ursprünglichen Holzbauten wurden mit der Zeit mehr und mehr durch
Steinbauten ersetzt. Neben vielen Gebäuden, wie z.B. dem Haus des
Legionskommandanten und dem Verwaltungsgebäude, gab es noch die zwei
Soldatenunterkünfte (contubernia I und II), welche im Jahr 2009
originalgetreu rekonstruiert worden waren.
Am Morgen wurden wir zuerst ins Museum geschickt, in dem wir Überreste
von Tontöpfen mit verschiedenen Abbildungen, die zum Teil sehr
unterhaltsam waren (für mehr Details stehen die Lateinschüler gerne zur
Verfügung
J),
betrachten konnten. Ausgestellt waren auch Münzen, die teilweise halb
verstümmelt waren, Schwerter, tote Insekten, Knochen und sogar
Holzgriffe von Schwertern, die noch gut erhalten waren. Wer Lust hatte,
konnte versuchen, die Ausrüstung eines Legionärs überzuziehen, um gleich
danach unter der schweren Last zusammenzubrechen!
Der Nachmittag war noch mit etwas mehr Action geprägt, als nur tote
Teile zu beobachten und dazu Fragen zu beantworten. Wir wurden
ausgerüstet mit einer ledernen Tasche, die damals auch zur Ausrüstung
der Legionäre gehörte. Übersichtskarte, Zollmassstab, Wasserfläschchen,
Quartett und Orakelblatt waren wichtige Hilfsmittel. Jeder von uns wurde
zusätzlich mit einem Audioguide ausgestattet, der sich immer dann von
selbst auslöste, wenn man über einen roten Punkt schritt. Auf unserem
Rundgang besichtigten wir die Soldatenunterkünfte, die Abwasserleitung,
das West-und Nordtor, das Bad, die Offiziersküche, die Wasserleitung und
die damalige Hauptstrasse Via Praetoria. Wir hörten uns dabei die
gesprochenen Geschichten an, lasen die Texte auf den grossen Säulen und
versuchten, auf dem Quartett die Fragen zu beantworten. Zudem war das
Rätsel des Meeresgottes Neptun zu lösen, denn die Wasserleitung in
Vindonissa tröpfelte nur noch!!
Gegen drei Uhr stiegen wir erfolgreich wieder in den Car, der uns
Schüler wieder an unsere Schulen zurückfuhr. Es war ein interessanter
Ausflug mit vielen schönen Erinnerungen!
Lena Zwicker und Lorena Keller, 2sc |