Oberstufenschulgemeinde Oberbüren - Niederwil - Niederbüren

Latein Exkursion nach Augst (Augusta Raurica)
Bericht der Lateinschüler 1sc und 2sa
 

 

 

Am Donnerstag, dem 29. April,  wurden wir in unserer Schule, dem OZ Thurzelg,  um 07.15 Uhr  von einem Car abgeholt. Nachher holte der Car die Uzwiler ab, dann die Oberuzwiler und schliesslich noch die Kantischüler von Wil. Natürlich gingen alle Schüler ins Latein.


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Nach einer etwa zweistündigen Fahrt kamen wir endlich in Augst an. Der erste Weg führte uns  natürlich – aufs WC. Zuerst besuchten wir das Forum mit Tempel, Basilika und Curia. Dann wurde uns die römische Boden-und Wandheizung erklärt. Danach ging es zur Kloake,  das war der Abwasserkanal. In diesem Tunnel  konnte man kaum stehen. Für  Menschen mit Platzangst wäre dies nichts gewesen. Der Tunnel war etwa 100 m lang, jedoch kam er uns viel länger vor. Nach dieser “Mutprobe“ liefen wir wieder zurück zum Ankunftsplatz, in dessen Nähe unser nächstes Ziel wartete: das Theater. Es war überwältigend gross und vor allem war es dort am wärmsten. Überall krabbelten Eidechsen herum, die wir alle mit unseren Kameras abknipsten. Die Akustik war im Theater hervorragend. Es wurde so erbaut, dass man unten auf der Bühne ohne Mikrofon etwas erzählen konnte und oben auf den „billigen Plätzen“  trotzdem alles gut verstehen konnte. Als nächstes ging es zum Römerhaus. Hier konnten wir erleben, wie die Menschen damals gewohnt und gearbeitet haben. Die Räume sind mit Originalfunden oder Nachbildungen ausgestattet. Nachher besuchten wir das Museum im anderen Teil des Hauses. Dort wurde der Silberschatz ausgestellt, der aus vielen schönen Tellern und Münzen bestand. Leider mussten wir ihn dort lassen. Danach durften wir endlich in den verdienten Mittag gehen… 

Nachmittagsprogramm  in Augusta Raurica
Über den Mittag assen alle ihr Lunch-Paket. Einige gönnten sich auch noch ein kühles Glace. Am Nachmittag konnten die Schüler und Schülerinnen sich in drei Gruppen einteilen: Die einen gingen zum Amphitheater, dem Heiligtum und zum Osttor, eine andere Gruppe besuchte den Haustierpark, die Ziegelei, die Grabmonumente und ebenfalls das Osttor. Die dritte Gruppe besichtigte in Kaiseraugst das Kastell (Militärlager), das Gewerbehaus und die Thermen. Vom Heiligtum konnte man nur noch Grundrisse erkennen, aber man merkte, dass es ein Heilbad für kranke Leute war. Das Amphitheater wurde für viel Geld restauriert. Einige Ruinen wurden jedoch wieder zugeschüttet, weil Ausgrabungen die Teile brüchig machten. Im Tierpark sah man eine Wollsau, einen Wollesel, einen Fasan, einen Pfau, Enten und vieles mehr. Beim Osttor erblickte man nur eine Öffnung in der Mauer, die aus der Stadt führte. In der Ziegelei konnten der  grosse Brennofen und viele erhaltene Ziegel bewundert werden. Vom Grabmonument war nur noch der Grundriss übrig geblieben. Die meisten Schüler waren zum Kastell gegangen, wo man noch die Mauern erkennen konnte. An der Mauer war gekennzeichnet, wo der Silberschatz 1962 gefunden wurde. Einige besuchten auch noch die Thermen, welche direkt am Rhein, dem früheren Rhenus lagen.

Um 15oo Uhr sammelten sich alle am Bahnhof von Kaiseraugst und stiegen wieder in die Cars ein. Die Rückreise führte uns diesmal nicht über Zürich. Wir fuhren dem Rhein entlang , sahen das Atomkraftwerk Leibstatt und den Ort , wo die Aare in den Rhein mündet . Um 17.oo Uhr waren wir in Wil. Dort stiegen die Kanti-Schüler aus, in Uzwil weitere Schüler, allmählich wurde der Car leer, bis nur noch wir drin waren. So ging ein spannender, heisser Tag zu Ende.

Die Geschichte von Augusta Raurica

44 v. Chr.                        Die Stadt wurde von einem Offizier, der unter Julius Caesar stand, gegründet.

15-10 v. Chr.                    Die Planung der Stadt begann nach einem regelmässigen Muster.

10 v. Chr. - 80 n. Chr.        Die ersten Häuser aus Lehm und Holz entstanden. Später wurden die aus Stein errichtet. Um 80 n. Chr. begann der Bau der Stadtmauer, welche aber nie vollendet wurde.

80. – 250. n. Chr.              Zur Blütezeit hatte die Stadt ihre volle Grösse erreicht und hatte alle Einrichtungen einer Kolonialstadt mit etwa 20000 Einwohnern.

250. – 300 n. Chr.             Es setzte der Niedergang der Stadt ein: Erdbeben,

                                      Klimaverschlechterung, Missernten, Pestepidemie und Krisen im römischen Reich selbst führten dazu.

4.-5. Jh.                           Das Kastell (Militärlager)am Rhein erstand. Nach Zerstörungen zogen sich die römischen Truppen nach Süden zurück. Die römische Bevölkerung lebte aber weiterhin in Kaiseraugst.

Wie die Römer badeten…
Die Thermen waren für alle römischen Städte üblich. Da ein Eintritt gratis oder sehr billig war, konnten es sich alle leisten. In Augst gab es drei öffentliche Bäder: die Rheinthermen, die Frauenthermen und die Zentralthermen. Diese hatten je vier verschiedene Räume. Im Ankleideraum (Apodyterium) hatte es Sitzbänke und Garderoben. Zum Teil nahmen die Reichen ihre Sklaven als Bewacher der Tuniken mit, denn schon damals gab es Diebe.

Als erstes ging man ins Laubad (Tepidarium): mit Körperschabern (Strigilis)wurde der Schmutz von der Haut gekratzt. Danach wurde der Körper eingeölt. Im Heissbad (Caldarium) war es bis zu 50°. Der Boden und die Wände wurden durch warme Luft erhitzt, deshalb war es üblich, Zoggeli zu tragen. Dieser Raum ist mit einer Sauna vergleichbar. Das Kaltbad (Frigidarum) diente zur Abkühlung, regte die Durchblutung an und die Poren wurden geschlossen.