Nach einer etwa zweistündigen Fahrt kamen wir endlich in Augst an. Der
erste Weg führte uns natürlich – aufs WC. Zuerst besuchten wir das
Forum mit Tempel, Basilika und Curia. Dann wurde uns die römische
Boden-und Wandheizung erklärt. Danach ging es zur Kloake, das war der
Abwasserkanal. In diesem Tunnel konnte man kaum stehen. Für Menschen
mit Platzangst wäre dies nichts gewesen. Der Tunnel war etwa 100 m lang,
jedoch kam er uns viel länger vor. Nach dieser “Mutprobe“ liefen wir
wieder zurück zum Ankunftsplatz, in dessen Nähe unser nächstes Ziel
wartete: das Theater. Es war überwältigend gross und vor allem war es
dort am wärmsten. Überall krabbelten Eidechsen herum, die wir alle mit
unseren Kameras abknipsten. Die Akustik war im Theater hervorragend. Es
wurde so erbaut, dass man unten auf der Bühne ohne Mikrofon etwas
erzählen konnte und oben auf den „billigen Plätzen“ trotzdem alles gut
verstehen konnte. Als nächstes ging es zum Römerhaus. Hier konnten wir
erleben, wie die Menschen damals gewohnt und gearbeitet haben. Die Räume
sind mit Originalfunden oder Nachbildungen ausgestattet. Nachher
besuchten wir das Museum im anderen Teil des Hauses. Dort wurde der
Silberschatz ausgestellt, der aus vielen schönen Tellern und Münzen
bestand. Leider mussten wir ihn dort lassen. Danach durften wir endlich
in den verdienten Mittag gehen…
Nachmittagsprogramm in
Augusta Raurica
Über den Mittag assen alle ihr Lunch-Paket. Einige gönnten sich auch
noch ein kühles Glace. Am Nachmittag konnten die Schüler und
Schülerinnen sich in drei Gruppen einteilen: Die einen gingen zum
Amphitheater, dem Heiligtum und zum Osttor, eine andere Gruppe besuchte
den Haustierpark, die Ziegelei, die Grabmonumente und ebenfalls das
Osttor. Die dritte Gruppe besichtigte in Kaiseraugst das Kastell
(Militärlager), das Gewerbehaus und die Thermen. Vom Heiligtum konnte
man nur noch Grundrisse erkennen, aber man merkte, dass es ein Heilbad
für kranke Leute war. Das Amphitheater wurde für viel Geld restauriert.
Einige Ruinen wurden jedoch wieder zugeschüttet, weil Ausgrabungen die
Teile brüchig machten. Im Tierpark sah man eine Wollsau, einen Wollesel,
einen Fasan, einen Pfau, Enten und vieles mehr. Beim Osttor erblickte
man nur eine Öffnung in der Mauer, die aus der Stadt führte. In der
Ziegelei konnten der grosse Brennofen und viele erhaltene Ziegel
bewundert werden. Vom Grabmonument war nur noch der Grundriss übrig
geblieben. Die meisten Schüler waren zum Kastell gegangen, wo man noch
die Mauern erkennen konnte. An der Mauer war gekennzeichnet, wo der
Silberschatz 1962 gefunden wurde. Einige besuchten auch noch die
Thermen, welche direkt am Rhein, dem früheren Rhenus lagen.
Um 15oo Uhr sammelten sich alle am Bahnhof von
Kaiseraugst und stiegen wieder in die Cars ein. Die Rückreise führte uns
diesmal nicht über Zürich. Wir fuhren dem Rhein entlang , sahen das
Atomkraftwerk Leibstatt und den Ort , wo die Aare in den Rhein mündet .
Um 17.oo Uhr waren wir in Wil. Dort stiegen die Kanti-Schüler aus, in
Uzwil weitere Schüler, allmählich wurde der Car leer, bis nur noch wir
drin waren. So ging ein spannender, heisser Tag zu Ende.
Die Geschichte von
Augusta Raurica
44 v. Chr. Die Stadt wurde von einem Offizier,
der unter Julius Caesar stand, gegründet.
15-10 v. Chr. Die Planung der Stadt begann nach einem
regelmässigen Muster.
10 v. Chr. - 80 n. Chr. Die ersten Häuser aus Lehm und Holz
entstanden. Später wurden die aus Stein errichtet. Um 80 n. Chr. begann
der Bau der Stadtmauer, welche aber nie vollendet wurde.
80. – 250. n. Chr. Zur Blütezeit hatte die Stadt ihre volle
Grösse erreicht und hatte alle Einrichtungen einer Kolonialstadt mit
etwa 20000 Einwohnern.
250. – 300 n. Chr. Es setzte der Niedergang der Stadt ein:
Erdbeben,
Klimaverschlechterung, Missernten,
Pestepidemie und Krisen im römischen Reich selbst führten dazu.
4.-5. Jh. Das Kastell (Militärlager)am Rhein
erstand. Nach Zerstörungen zogen sich die römischen Truppen nach Süden
zurück. Die römische Bevölkerung lebte aber weiterhin in Kaiseraugst.
Wie die Römer badeten…
Die Thermen waren für alle römischen Städte üblich. Da ein Eintritt
gratis oder sehr billig war, konnten es sich alle leisten. In Augst gab
es drei öffentliche Bäder: die Rheinthermen, die Frauenthermen und die
Zentralthermen. Diese hatten je vier verschiedene Räume. Im Ankleideraum
(Apodyterium) hatte es Sitzbänke und Garderoben. Zum Teil nahmen die
Reichen ihre Sklaven als Bewacher der Tuniken mit, denn schon damals gab
es Diebe.
Als erstes ging man ins Laubad (Tepidarium): mit Körperschabern (Strigilis)wurde
der Schmutz von der Haut gekratzt. Danach wurde der Körper eingeölt. Im
Heissbad (Caldarium) war es bis zu 50°. Der Boden und die Wände wurden
durch warme Luft erhitzt, deshalb war es üblich, Zoggeli zu tragen.
Dieser Raum ist mit einer Sauna vergleichbar. Das Kaltbad (Frigidarum)
diente zur Abkühlung, regte die Durchblutung an und die Poren wurden
geschlossen.