Oberstufenschulgemeinde Oberbüren - Niederwil - Niederbüren

Feuerlöschübung der Lehrkräfte am 20.9.2005
 

 

 

...weitere Bilder
 

Lehrer auf den Ernstfall vorbereitet

Feuerwehr Oberbüren instruierte Lehrer und Abwarte des Oberstufenzentrums Thurzelg im richtigen Umgang mit Kleinlöschgeräten

Oberbüren. Küche, Chemielabor, Computerraum oder Werkplätze für die Holz- und Metallverarbeitung - im OZ Thurzelg gibt es einige potenzielle Brandherde. Das Schulpersonal lernte nun das richtige Verhalten im Ernstfall.

Jürg Schiess

Die rund 20 Lehrer sowie die beiden Abwarte des Oberstufenzentrums durften am Dienstagabend mit dem Feuer spielen - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Auf dem Gelände der Kompogas in Niederuzwil, wo normalerweise die Betriebsfeuerwehr der Bühler AG den Lehrlingen des Unternehmens das richtige Verhalten bei einem Brandfall vermittelt, mussten sie mit Decken in Flammen stehende Fernseher oder Menschenattrappen löschen, mit Hilfe von Feuerlöschern Gas- und Fliessbrände ersticken und - etwas weniger spektakulär - schlicht und einfach mit Wasser ein Holzfeuer bekämpfen. Trotz des beissenden Rauches, dessen Geruch sich in den Kleidern festfrass, und der mit Löschstaub geschwängerten Luft, bei der man nur mit einem unguten Gefühl tief einatmete, war die Stimmung bei den Teilnehmern locker: Sie scherzten, verfolgten amüsiert die Löschversuche ihrer Kollegen und liessen sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als sich ein defekter Feuerlöscher nicht mehr abstellen liess und ein Grossteil der Lehrer mit Löschstaub eingenebelt wurde.

Zuerst Feuerwehr alarmieren
Doch bei aller guten Laune, die Lehrer und Abwarte beschäftigten sich nicht zum Spass mit Feuerlöschern, sondern aus einem ernsten Grund: Sie wurden von einem Team der Feuerwehr Oberbüren, das aus dem stellvertretenden Kommandanten und Ausbildungschef Urban Widmer, einem weiteren Ausbildner sowie zwei Brandmeistern bestand, instruiert, wie sie im Falle eines Brandes richtig zu reagieren haben. «Das korrekte Verhalten in den Sekunden und Minuten, nachdem ein Feuer ausgebrochen ist, ist entscheidend», sagte Widmer. In einem Ernstfall müsse zuallererst die Feuerwehr benachrichtigt und danach mit der Evakuierung des Gebäudes begonnen werden. Als dritter Schritt seien zudem sofort alle Fenster und Türen zu schliessen, damit die Sauerstoffzufuhr und die Ausbreitung des Feuers behindert werde. «Erst dann darf man mit der eigentlichen Brandbekämpfung anfangen», betonte Widmer.

Gebückte Haltung
Aber auch das will gelernt sein. Widmer: «Die Wahl des richtigen Löschmittels hängt davon ab, ob ein fester Stoff, eine Flüssigkeit, ein Gas oder ein Metall brennt.» So erfuhren die Kursteilnehmer, dass für in Flammen stehende Feststoffe alle Löschmittel, vor allem aber Wasser, geeignet sind, bei brennendem Gas oder Flüssigkeiten hingegen einzig Pulver, Schaum oder Light Water wirkt. «Und Metallbrände können wiederum nur mit Sand oder dem so genannten D-Pulver gelöscht werden», erklärte Widmer. Besonders hob er zudem hervor, dass «brennendes Metall und Öl nie mit Wasser bekämpft werden darf». Warum das so ist, demonstrierten Widmer und seine Leute mit zwei eindrücklichen Experimenten: Als ein Feuerwehrmann Wasser über loderndes Magnesium leerte, sprühten Funken wie bei einem 1. August-Vulkan, und beim Versuch, einen Ölbrand mit Wasser unter Kontrolle zu bringen, schossen Stichflammen meterhoch in die Luft. Wann welches Löschmittel zum Einsatz kommt, war aber nicht das Einzige, das Widmer den Lehrern und dem Abwartspersonal mit auf den Weg gab. Sie lernten auch, dass ein Feuer - mit Ausnahme von Fliessbränden - grundsätzlich von unten nach oben gelöscht werden muss, dass der Feuerlöscher im Freien immer in Windrichtung genutzt werden sollte und dass ein Brand stets in gebückter Haltung zu bekämpfen sei «Unter anderem deshalb, weil es in Räumen in Bodennähe weniger heiss ist und es mehr Sauerstoff gibt», so Widmer.

Hemmschwelle sinkt
Damit das Gesagte nicht nur trockene Theorie blieb, hatten die Kursteilnehmer die Gelegenheit, an insgesamt acht Posten verschiedene Brandformen auszutilgen und Kleinlöschgeräte wie Light Water-, Pulver-, CO2- und Wasser-Löscher sowie Löschdecken auszuprobieren. «Auf diese Weise prägt sich nicht nur das Gelernte besser ein, es sinkt auch die Hemmschwelle, im Ernstfall die zur Verfügung stehenden Löschhilfen zu benutzen», ist Widmer überzeugt.

Notfallpläne
Schulleiter Fredy Bühler ist mit dem Ergebnis des Kurses voll und ganz zufrieden: «Es war eine interessante und lehrreiche Angelegenheit.» Wer nun aber gedacht hat, die Brandausbildung der Lehrer und des Abwartspersonals sei zu Ende, der irrt. Laut Bühler wurden im Vorfeld der Übung vom Dienstag Evakuierungs- und Notfallpläne für das Oberstufenzentrum ausgearbeitet. «In den kommenden Tagen werde ich diese mit den Lehrern und den Abwarten besprechen.» Und danach wird irgendwann das grosse Finale stattfinden. Bühler: «Zusammen mit der Feuerwehr werden wir im Schulhaus eine Notfallübung durchführen - natürlich unangekündigt.»